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08.07.2026
25.06.2026
08.06.2026
Im Rahmen der Religions-Ethischen Woche haben sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen mit dem Thema „Gelebte Nächstenliebe“ auseinandergesetzt. Eine Gruppe nahm an einem Lyric-Workshop teil und setzte ihre Gedanken und Erfahrungen kreativ in eigene Texte um. Die drei entstandenen Texte zeigen, wie junge Menschen über Mitmenschlichkeit, Respekt und Zusammenhalt nachdenken und diesen Themen ihre eigene Stimme geben.
„Gelebte Nächstenliebe“
(Rina Hagen - 2026)
Obdachlose sind auch Menschen,
wie wir alle –
auf den Straßen, kalt und leer,
fällt ihnen das Leben schwer.
Sie wünschen sich Wärme und ein offenes Ohr
und kommen sich manchmal so einsam vor.
Denn auch sie können fühlen, denken, hören,
negative Worte tief im Herzen spüren.
Es gibt viele Gründe für ihre Not:
Trauer und Verlust, Schulden und Depression,
manche treibt die Einsamkeit sogar in den Tod.
Viele von euch sehen nur den Schein
und lassen diese Menschen gern allein.
Helft ihnen – seht nicht weg!
Zeigt Mitgefühl, Toleranz, Respekt!
Gutes Tun und mit anderen teilen,
“Gelebte Nächstenliebe “ kann so vieles heilen.
„Nächstenliebe“
(Melina Rozanowske – 2026)
Nächstenliebe – ist eine Form der Freundlichkeit,
die uns wärmt in dunkler Zeit.
Denn hier gibt es auch kein Neid,
man hilft Menschen die nichts haben,
auch mit kleinen Gaben.
Freude in den Gesichtern,
die Augen strahlen wie Lichter.
Man zeigt Liebe,
auch für die Diebe.
Jede einzelne Spende,
kommt in gute Hände.
Dies nun nennt sich Menschlichkeit,
die in jedem Herzen gedeiht.
Man fragt nicht nach Herkunft oder Zeit,
egal ob arbeitslos oder Familienstreit,
ob alleine auf der Straße.
Jeden Menschen kann es treffen.
Niemand weiß, was morgen droht,
schon befindet er sich in Not.
Doch Nächstenliebe gibt uns Hilfe,
sie lässt uns nicht allein:
Wir helfen in der Suppenküche,
dort locken leckere Gerüche.
Und wenn jemand traurig ist und weint,
weil das Leben so aussichtslos scheint,
zeigt Nächstenliebe warmes Licht.
Sie schenkt den Menschen wieder Kraft,
die Hoffnung und auch Zuversicht schafft.
Ich glaube noch an kleine Wunder,
- denn Liebe heilt oft still das Herz,
auch wenn der Alltag manchmal schmerzt.
Essay
Josephin Jäke
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich „selbst“.
(Altes Testament: Buch Levitikus 19,18)
Nächstenliebe. Ihr alle denkt euch: „Was mache ich hier? Was ist das überhaupt? Was bringt mir das und,
das ist doch völliger Schwachsinn?“ Doch was, wenn es praktisch ist, oder euch sogar Spaß macht
Nächstenliebe auszuüben? Aber eigentlich steckt Gott hinter der ganzen Nächstenliebe, denn
seine Aussage war: „Liebt euren Nächsten wie euch selbst“. Ihr denkt euch: „Ja, das ist so leicht gesagt“,
oder ihr findet es immer noch schwachsinnig – und, ganz ehrlich, das fand ich vor unserer Projektwoche
auch, aber diese Tage haben mir gezeigt, wie wichtig Nächstenliebe eigentlich ist.
Am Mittwoch, in der Notunterkunft für Obdachlose, konnte ich sehen und erfahren, wie
Menschen durch Schicksalsschläge, Krankheiten, Armut oder Schulden obdachlos wurden.
Eine Geschichte, die mich sehr berührt hat, war die, von einem Mann, dessen Namen ich nicht nennen
möchte. Er verlor durch einen Schicksalsschlag seine Eltern, fiel in eine schwere Depressionsphase, verlor
seine Arbeit, verschuldete sich und flog daraufhin aus seiner Wohnung. Dazu kommt, dass er
Diabetes hat und sein Insulin benötigt. Sein Insulin wird ihm häufig gestohlen, wodurch er oft
ohnmächtig auf der Straße gefunden wird.
Die andere Geschichte handelt von einem älteren Mann, der seine Frau aufgrund von Alkohol
verlor und dem dann seine Tochter weggenommen wurde. Dies führte dazu, dass er alles verlor und
auf der Straße landete. Nun sitzt er oft vor dem Supermarkt. Was mich an dieser Geschichte
besonders getroffen hat, war, dass ihn jemand ansprach und fragte, was sein größter Wunsch wäre.
Daraufhin äußerte er, sein Wunsch wäre es, einmal wieder ein Eis zu essen. Diese Person ermöglichte
ihm dies. Sein Strahlen war riesig und seine Augen funkelten. Daran sieht man, was kleine Dinge
bewirken können. Sie wünschen sich, dass ihnen jemand zuhört, dass man sie versteht und dass man
sich mal mit ihnen unterhält und sie fragt, was sie sich wünschen. Alle ekeln sich oder machen blöde
Kommentare, doch sie sind Menschen wie wir, mit oft bewegenden Geschichten.
Unser täglicher Alltag besteht, wenn wir ehrlich sind, oft daraus, unsere Mitmenschen runterzumachen,
egal ob für ihre Religion, ihre Herkunft, ihr Aussehen oder ähnliches, wobei wir ihre Geschichte
nicht einmal kennen. Denn was hat das mit Nächstenliebe zu tun!? Und sieht denn niemand was
sie damit anrichten?! Viele werden unsicher, trauen sich nichts mehr, oder verschließen sich. Wäre
die Welt nicht viel schöner mit Zusammenhalt, Gleichberechtigung und gegenseitiger Unterstützung?
Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber ich habe die Wichtigkeit der Nächstenliebe verstanden
und ganz ehrlich, es hat mich tief im Inneren getroffen. Ich hoffe, dass ihr oder wenigstens einige
von euch genauso fühlen, es erkannt haben und es eure Denkweise vielleicht etwas verändert hat.

Mi, 08. Juli 2026

Mo, 08. Juni 2026
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